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111 Jahre pure Leidenschaft – Das Autohaus Ullein in Bamberg

111 Jahre Leidenschaft verbinden wir nicht nur mit einer aufregenden Familiengeschichte,
sondern auch mit Leidenschaft und einer interessanten Firmengeschichte.


1903 - Tragik um Firmengründer A. Ullein

Am 11. Januar 1900 eröffnete Adolf Ullein in der Urbanstraße in Bamberg ein Nähmaschinen- und Fahrrad-Reparaturgeschäft. Schon bald wurden die Räumlichkeiten zu klein und der erste Umzug in die Kleberstraße stand an. Am 3. April 1902 übergab Adolf Ullein das Fahrradgeschäft an seine Frau Anna und zog mit seiner Werkstatt an die Promenade an den Platz der heutigen Post. Dort stellte Adolf Ullein Fahrräder her und montierte für die Post Gepäckträgersysteme. Im Mai 1907 verunglückte er bei einer Motorradwette und hinterließ Anna Ullein mit 6 Söhnen.


1909 - Umzug in die Königstraße

Anna Ullein heiratete 1909 Josef Ruthrof, einen Fahrradmechaniker-Meister und zog mit ihm in die untere Königstraße 21. Dort führte sie die Firma unter dem Namen Adolf Ullein weiter. Einer der Söhne – Geo Ullein – begann eine Mechanikerlehre bei Mercedes und absolvierte die Meisterprüfung. Ab 1925 betrieben Josef Ruthrof und Geo Ullein gemeinsam das Geschäft. Ruthroff reparierte Fahrräder und sein Stiefsohn Geo Ullein handelte mit „Triumph-Kraft-Rädern“.      


1933 - 1945 Die Geo Ullein Motorräder unter Beschuss

1933 firmierte Geo Ullein unter „Motorrad Spezialgeschäft“ im Hinterhaus der Oberen Königstraße 42. Im 2. Weltkrieg kam ihm der Name „Spezialgeschäft“ zugute, denn sein Geschäft wurde von der Wehrmacht beschlagnahmt. Er wurde im eigenen Betrieb zum Wehrdienst verpflichtet und musste beschädigte Motorräder aus allen Kriegsgebieten reparieren. Das Anwesen wurde während des Krieges bombardiert und wies 1945 große Schäden auf.       


1948 - Das Zeitalter der Vespa beginnt

1948 begann im Zuge der Währungsreform auch wieder der Verkauf. Geo Ullein handelte mit Fahrrädern und Motorrädern der Marken NSU und Triumph. 1949 stellte Geo Ullein als erster in Oberfranken die Vespa vor. Neben NSU und Triumph vertrieb er nun Horex- und Ardie Maschinen. Ein Höhepunkt aus dieser Zeit: seine Frau Gunda Ullein überquerte als erste die damals neu wieder aufgebaute Luitpoldbrücke mit dem Vespa Roller. In den Folgejahren entwickelte sich das Geschäft. Die Firma Ullein war das größte Zweiradgeschäft Oberfrankens.       


1954 - Der Einstieg in den Autohandel

Ab 1954 schwand das Interesse an Zweirädern. Die Umsätze sanken rapide. Geo Ullein und sein Sohn Siegfried beschlossen in den Autohandel einzusteigen. 1958 wurde der erste Prinz von NSU verkauft. Der Autohandel begann mit Anlaufschwierigkeiten und für den Ullein Betrieb war es eine sehr unsichere Zeit. Ab 1959 kümmerte sich Siegfried Ullein um den Autoverkauf. 71 Fahrzeuge wurden in diesem Jahr verkauft.   


1960 - Als aus Marken Legenden wurden Anfang

1960 wurde aus dem „Motorrad Spezialgeschäft“ die Autohaus Georg Ullein GmbH & Co KG. 1961 wurde man NSU-Großhändler. In Oberfranken bezogen ca. 30 Händler ihre Fahrzeuge und Ersatzteile von Ullein. Das Gebiet erstreckte sich von Erlangen bis zur damaligen „Zonengrenze“. NSU entwickelte sich prächtig.  Nun gab es eine ganze Reihe von interessanten Fahrzeugen: den Prinz 1.000 mit 4-Zylinder-Motor und den NSU Spider mit Wankelmotor, der auch im legendären RO 80 mit 115 PS zum Einsatz kam. Die NSU-Produktion stieg von 1959 bis 1969 von 33.000 auf 144.000 Einheiten. Dies machte das NSU Werk für VW und Audi interessant. NSU wurde von Audi übernommen und in der Folge verschwand die Marke NSU vom Markt.


1971 - Der Wechsel zu Renault

1971 brachte eine entscheidende Wendung. Siegfried Ullein übernahm den Betrieb seines Vaters. Als Audi Vertragshändler hätte er seinen Betrieb vergrößern müssen, was in der Oberen Königstraße nicht möglich gewesen wäre. Ein Komplettumzug stand damals nicht zu Debatte. So entschied er sich für einen Herstellerwechsel und wurde Renault Händler.    


1973 - Die Ölkrise und mehr

1973 drehten die Scheichs die Ölhähne zu und man konnte an autofreien Sonntagen die Autobahn zu Fuß erkunden. An den Tagen, an denen gefahren werden durfte, „freute“ man sich über Tempolimits. 1984 begann die Katalysator-Ära. Ab 1989 sollen in der Bundesrepublik nur noch Neuwagen mit dem Abgasreiniger zugelassen werden. Bis zur Einführung der Steuererleichterungen waren die Autokäufer mehr als verunsichert.         


1987 - Zeit des Wachstums

1987 übernahmen die Söhne Karl und Schorsch Ullein den Betrieb des Vaters. Karl kümmerte sich als KFZ-Meister um die Technik. Schorsch war verantwortlich für den Verkauf und die betriebswirtschaftliche Leitung. Die folgenden Jahre waren vom Wachstum geprägt. Der Betrieb in der Oberen Königstraße wurde schnell zu klein. 1988 baute man in der Oberen Königstraße im benachbarten Gebäude – der früheren Brauerei Mohrenpeter – einen Ausstellungsraum. Doch das war nur eine Übergangslösung. 1989 stand plötzlich der jetziger KFZ-Meister Uwe Bochnig vor der Tür. Er war über die ungarische Grenze aus der DDR geflüchtet.  Die spätere Grenzöffnung beflügelte den Umsatz.       


1990 - Der neue Standort in der Rodezstraße

1990 fiel die Entscheidung für einen Neubau. 1991 wurde das Grundstück mit knapp 8.000 qm in der Rodezstraße gekauft. 1992 begann man mit dem Neubau und im November 1993 fand die Eröffnungsfeier statt. Der Standort an der damals wenig bekannten Rodezstraße wurde mit vielen Veranstaltungen bekannt gemacht: wie z.B. mit Modenschauen, Basaren und Sonderveranstaltungen. 


1996 - Platz 1: Beste Renault-Händler Deutschlands

Der Profi Club war die Rangliste der besten 50 Renault Händler in Deutschland. Das Autohaus Ullein war immer unter den Besten: 1996 das erste Mal sogar auf Platz 1. 1999 kaufte Schorsch Ullein  ein 2.000 qm großes Grundstück dazu, sodass dem Autohaus heute eine Gesamtfläche von insgesamt ca. 10.000 qm zur Verfügung steht. 1999 wurden 700 neue Renault und 600 Gebrauchtwagen am Standort in der Rodezstraße verkauft. Das war Rekord.  


2008 - Nissan fällt weg: Der Weg in die Insolvenz

Die automobile Welt ist ständig im Umbruch. Renault plante das Händlernetz zu verkleinern und setzte auf Haupthändler, die mit Filialbetrieben große Gebiete abdecken sollen.  2000 übernimmt die Ullein GmbH deshalb die Firmen Turnwald in Lichtenfels und Kußberger in Nürnberg. 2002 startete die von Ullein und Partnern gegründete neue Automobile AG. Nach der Fusion von Renault und Nissan in Deutschland wurde die neue AG zu einem der größten Renault und Nissan Händler in Deutschland. 2004 trennten Renault und Nissan den Vertrieb in Deutschland und lösten die Renault-Nissan-Deutschland AG auf. Ausgerechnet in einer Phase des Marktanteilrückgangs von Renault kündigte Nissan GmbH im Jahr 2005 die Verträge aller Händler in Deutschland. Man plante in den  großen Städten – also auch in Nürnberg –  mit einer großen Autohandelsgruppe aus Holland. Der AG fehlten dadurch 1.700 Nissan-Geschäfte jährlich. Diese Aktion führte dazu, dass man am 28.Dezember 2008 Insolvenz anmelden musste. 


2009 - Neubeginn des Autohaus Ullein

2009 kaufte Schorsch Ullein den Autobetrieb aus der Insolvenz heraus und ist seitdem der alleinige Eigentümer.  Claudia Götz wurde als Geschäftsführerin eingesetzt. Neustart Autohaus Ullein 20. März 2009 um 6 Uhr. Früh um 6 knallten die Sektkorken, das Autohaus gehörte wieder uns und man konnte die Renault Kunden weiterhin mit Renaults bedienen. Das war Rekordzeit! Nach dem worst case hatte man nun gleich zum Start das Glück, dass die Bundesregierung die Wirtschaftskrise mit einer Abwrackprämie bekämpfte.  


2011 - Tradition und Innovation gehen Hand in Hand

Mit der Geschäftsentwicklung sind Claudia Götz und Schorsch Ullein sehr zufrieden. Das liegt zum einen an den engagierten Mitarbeitern. Hier ist die Stimmung gut, es gibt praktisch keinen Mitarbeiter Fluktuation. Eine optimale Mischung aus „Alt“ und „Jung“ betreibt heute das Geschäft.  Zum anderen verfügt das Autohaus Ullein über einen sehr großen Anteil langjähriger Stammkunden, die die familiäre Atmosphäre schätzen.  Das Autohaus Ullein vertreibt die Marken Renault und seit 2005 zusätzlich Dacia mit einem Vertrag für den Vertrieb und Service.   


2014 - Zahlreiche Investitionen

Seit 2009 ist die Firma Turnwald der Autohaus Ullein GmbH angeschlossen. Im gleichen Jahr wurde das ehemalige Teilelager gekauft. 2010 wurde ein Räderhochregallager im Teilelager installiert und im folgenden Jahr ein angrenzendes Grundstück dazu gekauft. So konnte 2013 der Parkplatz für LkW und Vorführwagen sowie das Fahrzeuglager erweitert werden. 2014 wurde das Räderhochregallager ausgebaut. Im gleichen Jahr wurde der Verkaufsraum neu gestaltet und entspricht den neuesten Renault CI Vorgaben. Seitdem ?erwarten wir Sie? mit modernen  Renault Store Elemente und Möbeln. Auf schwarzen Fliesen werden nun die Neuwagen von Renault und Dacia mit modernster Lichttechnik perfekt in Szene gesetzt. Die Ullein Kunden schätzen die neuen Aufenthaltsbereiche mit modernen Renault Store Elementen.


Video: 111 Jahre Ullein - 111 Jahre Leidenschaft